Inklusion ist auch in Krisenzeiten finanzierbar
Donnerstag, Januar 26th, 2012So geschehen in der Zero-Konferenz am 24. Jänner: der spanische Professor für Rechtsphilosophie Antonio L. Martínez-Pujalte López stellt nach einer klaren Darstellung des Paradigmenwechsels in Richtung soziales Modell der Behinderung und Inklusion die Frage, die wohl in allen Debatten dieser Art derzeit auftaucht: „Ja, und ist das in Zeiten der Finanzkrise überhaupt zu finanzieren?“ Seine in der spanischen Realität vermutlich noch viel spannendere Antwort: Ein vierfaches Ja.
Erstens: Nicht alle Veränderungen müssen durch Ausgaben bewirkt werden, es reichen Haltungsänderungen, veränderte Verfahrensweisen, andere Zugänge.
Zweitens: Die allermeisten Maßnahmen sind kosteneffektiv und kosteneffizient. Natürlich gibt es anfangs oft hohe Investitionskosten, aber sie amortisieren sich rasch, vor allem, wenn man bedenkt, dass Investitionen in Barrierefreiheit Investitionen für alle sind.
Drittens: Es ist daher – wenn absolut nicht zu vermeiden – nur eine Verlangsamung im Prozess der Ausgestaltung von Barrierefreiheit zu akzeptieren, ein Stopp absolut nicht!
Und viertens: Jetzt ist die Zeit der Behinderung, oder anders ausgedrückt: Jetzt ist die Zeit für Gleichberechtigung und Inklusion.
Klingt das zu optimistisch? Ich finde nicht, sondern es scheint mir realistisch. Und es stimmt: Vor fünf Jahren noch waren Behindertenthemen noch viel weniger präsent. Und in der allgemeinen Klage über die Visionslosigkeit der Politik können wir ja in der Arbeit am Nationalen Aktionsplan die Vision der Inklusion und damit natürlich auch das Recht auf Inklusion noch viel deutlicher, stärker und zukunftsorientierter formulieren. Da kann Politik und da können wir in der Zivilgesellschaft Vision zeigen und umsetzen.
Und übrigens: Es ist unumgänglich nötig, dass sich die Länder am NAP Behinderung beteiligen.